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Erklärung des Zentralkomitees der Tudeh Partei Iran anlässlich des 1. Mai, des Internationalen Tages der Arbeit – 105. Jahr der Begehung des Internationalen Tages der Arbeit im Iran im Schatten der katastrophalen Aggression des amerikanischen Imperialismus und der verbrecherischen israelischen Regierung sowie der Zerstörung der produktiven Infrastruktur des Landes

Tudeh Info 172 – PDF Format

Arbeiter:innen und Werktätige Irans!
Das Zentralkomitee der Tudeh Partei Iran gratuliert Ihnen zum 1. Mai, dem Internationalen Tag der Arbeit. Wir begehen diesen Tag unter äußerst schwierigen Umständen, da wir uns weiterhin in einem Zustand „weder Krieg noch Frieden“ und eines befristeten Waffenstillstands befinden. Nach 40 Tagen unerbittlicher Bombardierungen und Aggressionen durch den US-Imperialismus und die verbrecherische israelische Regierung sieht sich das Land einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise, schwerer Not und der Zerstörung der wirtschaftlichen Infrastruktur gegenüber.

Dieses Jahr jährt sich der 1. Mai weltweit zum 137. Mal. Der Internationale Tag der Arbeit fällt mit einem beispiellosen Angriff rechtsextremer Kräfte und des Monopolkapitalismus auf die Rechte von Arbeiter:innen und Werktätigen weltweit zusammen, der zu Arbeitslosigkeit, Armut und zunehmender Not für Millionen von Menschen führt. Berichten internationaler Institutionen wie der Weltbank und der Vereinten Nationen zufolge, wird sich die weltweite Armutssituation in den Jahren 2025 und 2026 rapide verschärfen. Laut diesen Statistiken leiden rund 1,1 Milliarden Menschen in 112 Ländern unter schwerer, vielschichtiger Armut. Fast die Hälfte dieser Bevölkerung (etwa 584 Millionen Menschen) sind Kinder unter 18 Jahren. Weitere rund 455 Millionen Menschen leben in Ländern, die von Krieg und gewaltsamen Konflikten betroffen sind.
Dem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mit dem Titel „Weltweite Beschäftigungs- und Sozialaussichten: Trends im 2026“ zufolge, haben sich die Lebensbedingungen und Rechte von Arbeitnehmer:innen in den letzten zwei Jahren stetig verschlechtert. „Über die Arbeitslosenzahlen hinaus wird die globale Beschäftigungslücke – also die Zahl der Menschen, die einer bezahlten Arbeit nachgehen möchten, aber keinen Zugang dazu haben – im Jahr 2026 voraussichtlich 408 Millionen erreichen“, heißt es

in dem Bericht und weiterhin: „Dies spiegelt einen deutlich größeren Anteil ungedeckten Beschäftigungsbedarfs wider, als die Arbeitslosenzahlen allein vermuten lassen. Gleichzeitig schreitet die Verbesserung der Arbeitsplatzqualität nur sehr langsam voran. Fast 300 Millionen Arbeitnehmer:innen leben weiterhin in extremer Armut trotz Erwerbstätigkeit, und 2,1 Milliarden Arbeitnehmer:innen sind nach wie vor im informellen Sektor beschäftigt, oft ohne Zugang zu grundlegenden Rechten, sozialer Absicherung oder Einkommenssicherheit. Das Wachstum der Reallöhne und Arbeitseinkommen hat sich zudem von den jüngsten Inflationsschocks noch nicht vollständig erholt, was Verbesserungen des Lebensstandards behindert.“
Im vergangenen Jahr erlebten wir den Beginn einer gemeinsamen Militärinvasion der USA und der verbrecherischen israelischen Regierung an Iran mit verheerenden Folgen für das Land. Wir wurden auch Zeugen der beispiellosen Invasion Venezuelas und Kubas durch den US-Imperialismus.
Diese eklatanten Aggressionen und Interventionen der Trump-Administration sowie die ständige Drohung von Ländern weltweit, sich den Forderungen seiner quasi-faschistischen Regierung zu beugen, deuten zweifellos auf eine sehr schwierige und gefährliche Situation hin, die den Weltfrieden und die Souveränität der Länder weltweit bedroht.

Arbeiter:innen und Werktätige Irans!
Dieses Jahr fällt der 1. Mai mit dem 105. Jahrestag des Internationalen Tages der Arbeit in unserem Land zusammen. Dieser Tag wurde 1921 auf Initiative der Kommunisten und des „Zentralrats des Gewerkschaftsbundes“ erstmals im Iran begangen. Seitdem hat die iranische Arbeiterklasse diesen Tag trotz der brutalen und blutigen Unterdrückung der Arbeiterbewegung unter den Diktaturen von Reza Schah, Mohammad Reza Pahlavi und der Islamischen Republik jedes Jahr begangen, um ihr Engagement im Kampf für die Verwirklichung der hohen Ideale der Arbeiterklasse und für soziale Gerechtigkeit und die so geschätzte Freiheit zu erneuern.
Wir begehen den Internationalen Tag der Arbeit in diesem Jahr zu einer Zeit, in der unser Heimatland in den vergangenen sechs Monaten zwei verheerende und blutige Kriege erlebt hat. Die gemeinsame Aggression des amerikanischen Imperialismus und des verbrecherischen israelischen Regimes gegen den Iran hatte verheerende Folgen für die Produktionsinfrastruktur des Landes und seine ohnehin angeschlagene Wirtschaft. Vorläufigen Statistiken zufolge werden die Kosten für den Wiederaufbau nach diesen Angriffen auf über 270 Milliarden US-Dollar geschätzt. Darüber hinaus haben die Zerstörung zahlreicher wichtiger und großer Produktionsstätten und Fabriken, wie beispielsweise des Stahlwerks „Mobarakeh Steel“, sowie die Schäden in „South Pars“ und anderen Industriegebieten zu ernsthaften Besorgnissen über steigende Arbeitslosigkeit, zunehmende Inflation und die wachsende Notlage der arbeitenden Bevölkerung geführt.
Zudem hat die Unterbrechung der Kommunikationsnetze des Landes, insbesondere des Internets, in den vergangenen 100 Tagen die Wirtschaft des Landes, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die auf diese Kommunikationswege angewiesen sind, schwer getroffen. Diese Verschlechterung der Lage fällt in eine Zeit, in der bereits vor Beginn der militärischen Aggression über 30 Millionen Bürger:innen des Landes aufgrund der zerstörerischen Politik des religiösen Obrigkeitsregimes, die auf die Sicherung der Interessen des Großkapitalismus ausgerichtet war, in Armut lebten – und diese Zahl stetig anstieg. Die Umsetzung neoliberaler Maßnahmen wie Privatisierung, Entlassungen, Abbau der Produktionsinfrastruktur, Deregulierung und Lohnliberalisierung konfrontierte die arbeitende Bevölkerung mit Problemen wie steigender Inflation, einem im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten unverhältnismäßig niedrigen Mindestlohn, der Zunahme befristeter Arbeitsverträge, mangelnder Arbeitsplatzsicherheit und steigender Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Frauen.
Die im Dezember 2025 und Januar 2026 stattgefundenen, landesweiten Proteste, die zunächst auf dem Bazar in Teheran begannen und sich dann rasch auf 180 Städte ausbreiteten, waren im Wesentlichen ein Ausdruck der verzweifelten Menschen gegen Armut, Not und die zerstörerische Wirtschaftspolitik, die die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter vergrößerte. Während die Korruption im gesamten System tief verwurzelt ist, haben die Führer der Islamischen Republik Millionen von Iraner:innen zu einem Leben in Armut und Entbehrung verurteilt, indem sie Milliarden von Toman [iranische Währung] des Staatsvermögens angehäuft und geplündert haben.
Unser Land erlebte im vergangenen Jahr Hunderte von Protestbewegungen von Arbeiter:innen und Werktätigen, darunter: einen flächendeckenden Streik von Projektarbeiter:innen in der Öl-, Gas- und Petrochemie-Industrie, von Bergleuten, Proteste von Arbeiter:innen im Zuckerrohrkomplex „Haft-Tappeh“, bei der Telekommunikationsgesellschaft, im Energieministerium, in der Stahlindustrie und bei der Eisenbahn sowie anhaltende und weitverbreitete Kämpfe von Rentner:innen, Krankenpfleger:innen, Lehrer:innen, Erzieher:innen und Student:innen gegen die Politik des Regimes und den Kampf der Frauen des Landes, insbesondere gegen die unmenschliche Politik der Hijab-Pflicht. Diese Entwicklungen spiegeln eine äußerst angespannte gesellschaftliche Lage wider.
Zu den Protestforderungen von Arbeiter:innen, Rentner:innen, Krankenpfleger:innen und Pädagog:innen im vergangenen Jahr gehörten verbesserte Arbeitsbedingungen, Lohnerhöhungen im Einklang mit der Inflation, gleicher Lohn für Frauen für gleiche Arbeit mit Männern, ein Verbot von „Blankoverträgen“, die Abschaffung von Arbeitsvermittlern, Arbeitsplatzsicherheit und im Falle von Rentner:innen die Behebung der miserablen Lebensbedingungen, der medizinischen Versorgung, der mageren Renten, der Verzögerungen bei der Auszahlung von Dienstalterszulagen, der unvollständigen Umsetzung der Homogenisierung von Rentner:innen mit Arbeitnehmer:innen und anderer unerfüllter Forderungen.

Arbeiter:innen und Werktätige Irans!
Die diesjährige Gedenkfeier zum Internationalen Tag der Arbeit findet unter besonders schwierigen Umständen statt. Die gemeinsame Invasion des amerikanischen Imperialismus und der verbrecherischen israelischen Regierung auf iranischem Boden war nicht nur eine Katastrophe für die sozioökonomische Lage des Landes, sondern auch ein schwerer Schlag für die Volksbewegung und den Kampf der Arbeiter:innen und Werktätigen. Angesichts der immensen Herausforderungen, vor denen das Regime im Januar 2026 stand und selbst die Regierungsspitze um dessen Zukunft fürchtete, schlossen sich nach Beginn der amerikanischen und israelischen Aggression und der Notwendigkeit, die territoriale Integrität des Landes zu verteidigen, alle fortschrittlichen und freiheitsliebenden Kräfte, alle Teile der Gesellschaft und insbesondere die Arbeiter:innen und Werktätigen zusammen, um das Vaterland zu verteidigen und der ausländischen Aggression entgegenzutreten. Sie gaben den Illusionen des aggressiven Imperialismus und seiner Verbündeten und Söldner eine vernichtende Antwort.
Entgegen den völlig falschen Einschätzungen der US-amerikanischen und israelischen Regierungen und der Unterstützung einer Militärinvasion im Iran durch Söldnerkräfte wie Reza Pahlavi und seine Anhänger ist das religiöse Obrigkeitsregime nicht nur nicht zusammengebrochen, sondern hat sich trotz der Ermordung mehrerer seiner politischen und militärischen Führer an der Macht gehalten und seine Position durch die Ausnutzung der Kriegssituation sogar gestärkt. Unter diesen Umständen haben wir in den letzten Wochen eine Verschärfung der Repression und Hinrichtungen von politischen Gefangenen und Demonstranten erlebt, die im Zuge des Aufstands vom Dezember 2025 und Januar 2026 verhaftet wurden.
Dementsprechend sind die Fortsetzung der aktuellen Situation und die Fortsetzung der Belagerung der Straße von Hormus und der südlichen Häfen des Landes durch US-Imperialismus mit ihren verheerenden Folgen für die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft des Landes äußerst besorgniserregend und schädlich für unser Heimatland. Selbst mit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus besteht weiterhin die Gefahr eines erneuten Angriffs des US-Imperialismus und Israel auf den Iran. Laut Angaben der US-amerikanischen und israelischen Führung sind diese mit dem Wiederaufbau ihrer militärischen Kapazitäten beschäftigt. Es ist kein Zufall, dass Kriminelle und Kriegstreiber wie Netanjahu und einige amerikanische Politiker, darunter Lindsey Graham im US-Senat, weiterhin die Kriegstrommel rühren und die Fortsetzung militärischer Konflikte fordern. Auch im Inland tun die Verantwortlichen der Zeitung „Kayhan“ und Nachrichtenagenturen, die mit den Revolutionsgarden und den Sicherheitskräften verbunden sind, dasselbe. Deshalb sind ernsthafte und transparente Verhandlungen sowie Bemühungen um einen dauerhaften Frieden dringend notwendig und erfordern die Unterstützung der iranischen und internationalen Öffentlichkeit.
Die Tudeh Partei Iran feiert gemeinsam mit der iranischen Gewerkschaftsbewegung und den Aktivist:innen und Kämpfer:innen der Arbeiterbewegung den Internationalen Tag der Arbeit. Unserer Überzeugung nach ist die Erreichung eines dauerhaften Friedens unter den gegenwärtigen Umständen der erste Schritt, um den Kampf fortzusetzen und die Arbeiterbewegung wiederaufzubauen, damit sie die Forderungen der Arbeiter:innen und Werktätigen erfüllen kann. Der Kampf für Arbeitsplatzsicherheit und angemessene Löhne und Sozialleistungen für alle Arbeiter:innen und Angestellten sowie die Beseitigung der Diskriminierung von Arbeiterinnen, die unter doppelter Unterdrückung leiden, ist im Frieden möglich. Die Tudeh Partei Iran fordert gemeinsam mit anderen fortschrittlichen und freiheitsliebenden Kräften im Land die Freiheit der Gewerkschaftstätigkeit und das Recht, sich in unabhängigen Gewerkschaften zu organisieren, ein sofortiges Ende der Verfolgung, Inhaftierung und Repression von Gewerkschaftsaktivist:innen sowie die sofortige und bedingungslose Freilassung aller politischen Gefangenen sowie die Menschen, die wegen ihrer Gesinnung inhaftiert sind.

• Hochachtung vor den Arbeiter:innen und Werktätigen Irans!
• Lang lebe die Erinnerungen an die Märtyrer der Arbeiterbewegung und all jene, die auf dem Weg zur Befreiung des Vaterlandes starben!
• Möge der Kampf der Arbeiter:innen und Werktätigen Irans für die Sicherung ihrer gewerkschaftlichen und politischen Interessen und für die Beendigung der volksfeindlichen und autoritären Regierung der Islamischen Republik siegreich sein!
• Für die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Gewerkschaftsaktivist:innen und aller politischen und ideologischen Gefangenen!
• Stoppt die Hinrichtungen politischer Gefangener!
• Brot, Arbeit, Wohnung und Freiheit sind die Rechte der Werktätigen!
• Die Verwirklichung der Rechte der Werktätigen ist im Frieden möglich, nicht im Krieg!

Zentralkomitee der Tudeh Partei Iran
20. April 2026

(Übersetzt ins Deutsche aus dem Zentralorgan der Tudeh Partei Iran „Nameh-e Mardom“ Nr. 1258 – vom 20.04.2026, www.tudehpartyiran.org)

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