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Erklärung des Zentralkomitees der Tudeh Partei Iran anlässlich des 38. Jahrestages der „Nationalen Tragödie“ des Massakers politischer Gefangener im Iran

Liebe Landsleute!
Im August und September 2026 jährt sich zum 38. Mal das Massaker an Tausenden politischen Gefangenen und Freiheitskämpfern in den Kerkern der Islamischen Republik. Die Tudeh Partei Irans bezeichnete dieses Massaker zu Recht als „Nationalen Tragödie“. Im Jahr 1981 stürzte das von Khomeini geführte Obrigkeitsregime den Iran in eine äußerst schwierige wirtschaftliche und soziale Lage, indem es den Krieg gegen den Irak fortsetzte, nachdem dieser vom iranischen Boden vertrieben worden war, und an der verhängnisvollen Politik des „Krieg, Krieg bis zum Sieg“ festhielt. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete am 20. Juli 1987 die Resolution 598 zur Beendigung des Irak-Iran-Krieges, doch das Obrigkeitsregime führte den Krieg noch ein Jahr weiter. Schließlich trank Khomeini am 18. Juli 1988, wie er selbst sagte, den „Giftkelch“ des Friedens, und der achtjährige Krieg mit dem Irak endete.

Tudeh Info 174 – PDF Format
Unter diesen Umständen beschloss das iranische religiöse Obrigkeitsregime, mit dem Einverständnis seines Führers Khomeini, die Ermordung politischer Gefangener. Ziel war es, die gescheiterte Politik des „Krieg, Krieg bis zum Sieg“ und ihre verheerenden Folgen für Land und Bürger:innen zu vertuschen und seine monopolistische und volksfeindliche Herrschaft zu festigen. So wurde eine „Todeskommission“ gebildet, bestehend aus Kriminellen wie Ebrahim Raisi (damals stellvertretender Staatsanwalt von Teheran), Morteza Eshraqi (damals Staatsanwalt von Teheran), Hossein-Ali Nayiri (damals Scharia-Richter) und Mostafa Pourmohammadi (damals Vertreter des Geheimdienstministeriums). Die Todeshändler und Henker stürmten die Gefängnisse des Landes und verurteilten Tausende von nach Gerechtigkeit strebenden und freiheitsliebenden politischen Gefangenen verschiedener Parteien und Organisationen in Kurzprozessen zum Tode und massakrierten sie umgehend. In jenem blutigen Sommer 1988 verlor die Tudeh Partei Iran Hunderte ihrer Anführer, Kader und prominenten Mitglieder, darunter Legenden der Standhaftigkeit in Schah-Gefängnissen, Wissenschaftler, Philosophen, Schriftsteller, Übersetzer, Künstler, patriotische Offiziere, Gewerkschafter und Arbeitervertreter.
In all den Jahren seit diesem Verbrechen war Ayatollah Montazeri unter den Persönlichkeiten, die an der Gründung und dem Aufbau der Islamischen Republik beteiligt waren, die einzige Person, die gegen dieses beispiellose Massaker in der jüngeren Geschichte Irans protestierte. Die Tonaufnahme von Montazeris Gespräch bei dem Treffen am 15. August 1988 mit der „Todeskommission“ belegt seinen entschiedenen Protest gegen dieses brutale Massaker. In seiner Rede bezeichnet Montazeri die Hinrichtungen jenes Sommers als das größte Verbrechen, das in der Islamischen Republik seit Beginn der Revolution begangen wurde. An die Zuhörer gewandt, sagte er: „Ich möchte, dass man Herrn Khomeini nicht nach fünfzig Jahren verurteilt und ihn als blutrünstigen, grausamen und arroganten Mann bezeichnet. Meiner Meinung nach ist dies das größte Verbrechen, das in der Islamischen Republik seit Beginn der Revolution begangen wurde, und wir werden dafür in die Geschichte eingehen … und auch Sie werden zu den Verbrechern der Geschichte gezählt werden.“ Im Gegensatz zu diesem Mut, sich gegen die Macht zu stellen, rechtfertigten Personen wie Haschemi Rafsandschani und Ali Khamenei dieses entsetzliche Verbrechen.
Die blutige, gewaltsame und weitverbreitete Unterdrückung politischer Gegner und die Tötung von Demonstranten auf den Straßen sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Politik der Islamischen Republik zur Sicherung ihres Fortbestands. In den letzten Jahren, insbesondere nach der Aggression des US-Imperialismus und der verbrecherischen Regierung Netanjahus gegen den Iran, haben wir diese unerbittliche, blutige Repression und Hinrichtungen miterlebt. Aufgrund der verheerenden sozialen und wirtschaftlichen Politik der Islamischen Republik haben heutzutage zig Millionen Iraner:innen, insbesondere die arbeitende Bevölkerung in Städten und Dörfern, zunehmend Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Laut offiziellen Regierungsstatistiken leben mehr als 40 % der Bevölkerung unterhalb der vom Regime selbst festgelegten Armutsgrenze.

Trotzdem verteidigte die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung während der US-israelischen Aggression gegen den Iran das unabhängige Vaterland gegen den ausländischen Aggressor. Diese Aggression führte zum Tod Hunderter Bürger:innen sowie zahlreicher Kommandeure der Revolutionsgarden und der Armee, einige Führer des Regimes und Atomwissenschaftler.
Doch die Reaktion des Regimes und seines Repressionsapparates bestand darin, den Druck auf die Bevölkerung zu erhöhen und Galgen zu errichten, um Männer und Frauen hinzurichten, die zu Recht gegen die schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen protestiert haben. Trotz der Behauptungen der Regierungsspitze, die „nationale Einheit und Solidarität“ wahren zu müssen, dauern der Sicherheitsdruck und die Repression gegen Andersdenkende und Dissidenten an.
Aus diesem Grund rufen erfreulicherweise die Arbeiter:innen, Pädagog:innenen, Rentner:innen und andere protestierende gesellschaftliche Gruppen heutzutage neben ihren anderen wichtigen Forderungen in gewerkschaftlichen Protestbewegungen auch den Slogan „Nein zu Hinrichtungen“. Selbst in Gefängnissen erheben politische Gefangene heute ihre Stimme gegen Repression und Hinrichtungen.
Die islamische Regierung versucht weiterhin, das Massaker vom Sommer 1988 zu vertuschen. Mehr als 38 Jahre nach diesem Verbrechen erlauben die Agenten des Regimes den trauernden Familien nicht einmal, die Massengräber ihrer Angehörigen in „Golestan-e Khavaran“ in Teheran zu besuchen. Darüber hinaus versucht das Regime in den letzten Jahren systematisch, die Spuren dieses grausamen Verbrechens in vielen Städten des Landes zu verwischen. Dazu gehört die Zerstörung der Friedhöfe, auf denen die Opfer der „Nationalen Tragödie“ von 1988 begraben liegen, sowie der Bau von Mauern um diese Friedhöfe. Doch während der bedrückenden Jahre nach der Tragödie gaben die Familien der Opfer im ganzen Land, insbesondere die „Mütter der Khavaran“ in Teheran, nicht auf, Gerechtigkeit zu fordern und die Vernichtung der Spuren dieses Verbrechens zu verhindern. Die Familien der Opfer haben ihre grundlegenden Forderungen noch immer nicht erfüllt bekommen, und ihre Fragen zum Ausmaß des brutalen Massakers bleiben unbeantwortet. Trotz alledem und obwohl viele Angehörige dieser Familien, insbesondere Mütter, mit tiefen seelischen Wunden gestorben sind, bleibt die Verbindung der Familien zu den nachfolgenden Generationen, die Gerechtigkeit fordern, bestehen, und der Kampf gegen die Unterdrückung durch das Regime wird mit ungebrochenem Eifer fortgesetzt.
Während des Nationalen Tragödie von 1988 exekutierte die Islamische Republik mutige und freiheitsliebende politische Gefangene, die sich eine bessere Zukunft für die Iraner:innen wünschten – frei von Tyrannei, in Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Ihre Namen und ihr Andenken sind unvergessen in der Geschichte der ruhmreichen Kämpfe unseres Vaterlandes. Die Tudeh Partei Iran hat sich gemeinsam mit allen fortschrittlichen und freiheitsliebenden Kräften des Landes stets, auch auf internationaler Ebene, intensiv dafür eingesetzt, die Verbrechen des Regimes aufzudecken und alle seine dunklen Seiten zu beleuchten. Wir sprechen den Familien dieser Märtyrer unser tiefstes Mitgefühl und unsere Solidarität aus und unterstützen ihren gerechten Kampf um die Aufklärung der Fakten sowie die Einsetzung einer Wahrheitskommission, so wie wir es all die Jahre getan haben.
Leider geht die Repression, die Hinrichtungen und die Intoleranz gegenüber Andersdenkenden in der Islamischen Republik heute unaufhaltsam weiter. Während viele „Regierungsreformer“ und einige politische Kräfte im Land von einer möglichen Änderung der Regierungspolitik, „Versöhnung mit dem Volk“ und „Reformen“ nach der verbrecherischen militärischen Aggression Israels und des US-Imperialismus gegen den Iran sprechen, sehen wir, dass ein Verbrecher wie Hossein Taeb zum Kommandeur der „Basij“ ernannt wird, Mohsen Rezaei zum Vertreter des „Führers“ im Nationalen Sicherheitsrat wird und Repressionen, Verhaftungen und Hinrichtungen unvermindert anhalten.
Wie unsere Partei seit Jahren argumentiert, ist das religiöse Obrigkeitsregime nicht reformierbar und wir sollten nicht erwarten, dass diese autoritäre und monopolistische Regierung ihre reaktionäre und volksfeindliche Politik aufgibt und sich ohne einen breiten Widerstand des Volkes zurückzieht. In der gegenwärtigen kritischen Lage des Landes ist der Kampf gegen die Hinrichtungswelle, gegen die weitverbreitete Welle von Repressionen und Verhaftungen und das Streben nach der Zusammenarbeit aller fortschrittlichen und freiheitsliebenden Kräfte im Land dringend notwendig.
Um den Iran aus der unklaren und gefährlichen Lage „weder Krieg noch Freieden“ zu befreien, den Bestrebungen der Kriegstreiber entgegenzutreten, die den gegenwärtigen Zustand aufrechterhalten wollen, und um dauerhaften Frieden zu wahren und die Protestbewegung zu stärken, dürfen und können wir nicht nachlassen.
• Das Andenken all jener, die auf dem Weg zur Freiheit des Vaterlandes starben, sei geehrt, insbesondere der tapferen Kinder des Volkes, die beim Massaker der Nationalen Tragödie von 1988 ums Leben kamen.
• Das Andenken an alle Gefallenen für die Freiheit ist lebendig, der Ruf nach Gerechtigkeit geht weiter!
• Nein zu Repression, nein zu Hinrichtungen, ja zu Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit!

Zentralkomitee der Tudeh Partei Iran
31. August 2026

(Gekürzt und übersetzt ins Deutsche aus der Webseite der Tudeh Partei Iran, 1. September 2026,

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